Mounia Essefiani

Mounia EssefianiMounia Essefiani kommt aus Marokko und lebt seit mehreren Jahren in Köln. Hier ihre Geschichte in ihren eigenen Worten:

„Ich bin in Bruxelles, ma Belle geboren. Mein Vater träumte von Europa und, weil Brüssel ihn brauchte, öffnete es ihm die Arme ganz weit. Dort ist er in die meiner Mutter gefallen. Also: marokkanische Eltern, die Belgier sind. Wie ich.

Eines Tages, fliege ich in das Kairo meiner Träume und schon im Flugzeug fang ich an, im Englischen, zu verstehen, dass ich für immer eine Maroxelloise bin. In allen diesen Jahren in Cairo-my-Wahshacity, verstehe ich auch, dass ich manchmal unter „Belgitude“ leide. Und, dass ich für immer eine Fille de la Sagesse und eine Dame de Marie bin. Und für immer eine Wahsha-citizen. Und für immer eine Tangeroise und eine Slaouia: mein Papa kommt aus Tanger; ich war aber immer stolz, dass meine Mutter aus Salé (Sla) kommt – oui pardon die Hauptstadt fast! – und auch die Stadt, wo mein Großvater viel rotfarbiges Land hatte. Heute sind die schöne rote Erde und das Grüne verschwunden und es sind nur Beton- und Ziegelstein-Häuser da,  die mir nicht mal gehören! Aber die breiten Füße meines Bauern- Großvaters habe ich wohl geerbt! Allerdings reden meine Füße bis zu den Zehen Französisch.

Eines Tages fliege ich zurück nach Brüssel, das mir Spanish beibringt. Kommt das von den jährlichen Autofahrten nach Marokko und durch Spanien in den Sommerferien? Ich war fasziniert von meinem Papa, als er sich dort auf Spanisch unterhielt. Und von den Olivenbäumen am Rand der andalusischen Routen. Kein Zufall, dass irgendwann das Spanien meiner Träume für eine (zu kurze) Zeit ins Spiel kam. Und so, ja, wurde ich für immer eine andalusische/Flamenco Musik Liebhaberin.

Aber dann, eines Tages, lande ich in Köln-Ehrenfeld. Tja, davon hatte ich nie geträumt! Plötzlich war ich eine Übersetzerin, in einer Stadt, deren Sprache ich weder sprach noch verstand. Stumm. Und das ist es, wodurch ich für immer Mounia de Cologne geworden bin.

Für das Wiegenlied-Projekt von Hans Engel bin ich sehr dankbar, denn ich traute mich etwas zu tun, wovon ich schon längst heimlich träumte.“

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